Das Publikum kam von überall: Eltern, Großeltern, Nachbarn – und eine ganze Reihe von Radlern, die auf dem Rückweg von der Sternradwallfahrt in Fuchsmühl waren und kurzerhand vom Sattel stiegen, die Bänke waren voll.
Fast ein kleines Musical
Was die Kinder boten, war mehr als eine Aneinanderreihung von Liedern. Chorstücke wechselten sich mit Sprechpassagen ab, dazwischen Solonummern, oft vom Chor begleitet – kleine Musicalstücke. Das Repertoire reichte von Melodien aus Märchenfilmen über Kindermusicals bis zu deutschen Pop-Songs. Auf der Bühne standen zwei Chöre: die Kleinen und die Großen, gemeinsam getragen. Musikalisch fein gearbeitet, am Klavier begleitet, und vor allem: mit spürbarer Lust am Singen. Wer sich als Solistin oder Solist vor 150 Zuhörer stellt, braucht Mut. Den hatten die Kinder.
Vier Jahre Aufbauarbeit
Den Chor gibt es seit vier Jahren. Was daraus geworden ist, war an diesem Nachmittag zu hören. „Ich bin begeistert und stolz, dass die Kinder mit so viel Eifer und Freude am Singen das Projekt gestaltet haben", sagt Julia Daubner. „Sie haben Großartiges geleistet und nicht nur ihre große Musikalität, sondern auch ihr Durchhaltevermögen und Engagement gezeigt." Ihr Dank ging weiter – an die Eltern, die ihre Kinder zu Proben, Einzel- und Sonderproben fahren. Ohne dieses Hintergrundengagement gäbe es kein Konzert. „Ich hoffe, dass wir gemeinsam noch eine lange Zeit weitermachen können", so Daubner.
Bühne frei – auch künftig
Die Steinwaldia zeigte sich begeistert. Norbert Reger lobte Julia Daubners Arbeit in der aktiven Jugendarbeit und ließ durchblicken, dass er sich eine Fortsetzung auf der Glasschleif gut vorstellen kann. Nach dem Schlussapplaus gab es Kuchen und Getränke für die Sängerinnen und Sänger – und für Julia Daubner einen Blumenstrauß von Kindern und Eltern.
Was daraus zu lernen ist
Es braucht wenig, damit etwas entsteht: eine Person, die vorangeht. Kinder, die sich trauen. Eltern, die fahren. Einen Verein, der eine Bühne öffnet. Aus solchen Konstellationen wächst das, was eine Region lebendig macht. Nicht durch Konzepte, sondern durch Leute, die anfangen und dranbleiben. An diesem Sonntag auf der Glasschleif war genau das zu hören.