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Schichten der Geschichte

Das Ackerbürgerhaus in Bärnau ist eröffnet - Kretsch`n Bier gibt`s!

Nach all den Schichten hat das "Zintl-Haus" jetzt eine neue hinzubekommen. Im Februar 2026 wurde das sanierte Ackerbürgerhaus offiziell eröffnet. Und wer beim ersten Abend dabei war, spürte: Hier wurde nicht einfach ein Gebäude gerettet. Hier wurde ein Bewusstsein geschafften für das, was war – und ein Ort für das, was kommt.

Eine Mannschaft, die nicht locker ließ

Dass es so weit kam, ist das Verdienst eines Vereins, der 2017 entstand und seitdem konsequent an einem Ziel gebaut hat – zunächst im übertragenen, dann im wörtlichen Sinne. Christian Schedl, heute Vereinsvorsitzender, führt eine Mannschaft aus engagierten BärnauerInnen, die das Projekt durch Förderdschungel, Denkmalschutzauflagen, eine Pandemie und mehr als einen Rückschlag getragen haben. Projektleiter Edgar Zwerenz beschrieb die Abstimmungsrunden mit Behörden, Architekten und Statikern einmal als „Fast wie ein Ping-Pong-Spiel". Leicht war es nicht und es gab Momente, da musste zusammengehalten werden. Am Ende musste auch die Stadt mit angreifen. Irgendwann hat der Ball, das hin und her, aufgehört zu fliegen – und jetzt lebt es wieder, das Haus, das hier schon seit Jahrhunderten steht. Archäologen haben die Zeitschichten untersucht.

Die Kosten: über 2,2 Millionen Euro. Städtebauförderung, städtische Mittel und eine Bürgerfinanzierung über Genussrechte in Höhe von 100.000 Euro, die bayernweit Modellcharakter hatte. Nicht irgendein Investor hat dieses Haus gerettet, sondern Menschen, die hier wohnen.

Der Denkmalschutz war dabei kein Hindernis, sondern Teil des Konzepts. Die historische Bausubstanz wurde integriert, ein moderner Anbau schafft die Erschließung – so dass Alt und Neu nicht gegeneinander stehen, sondern miteinander funktionieren. 

Drei Etagen, drei Leben

Das Konzept des Hauses folgt einer klaren Logik: Jede Ebene hat ihre eigene Bestimmung, alle drei gehören zusammen.

Im Erdgeschoss schlägt das Herz des Hauses: die Kretsch'n – und die Mitmachbrauerei. „Kretsch'n" war zur Zeit Karls IV. die Bezeichnung für die Wirtsstube, die Schänke, den Ort des Zusammenkommens. Hier, wo die ältesten Mauern des Hauses in den Boden reichen, wird heute selbst gebraut und ausgeschenkt. Das „Kretsch'n-Bier" stand bereits bei der Eröffnung im Mittelpunkt – und wer dabei war, weiß: Es schmeckt besser, wenn man weiß, wie es gemacht wird. Die Brauer vor Ort haben es sich natürlich auch nicht nehmen lassen zu betonen, es schmecke besser als umliegende Zoigl, was bei der Eröffnung immer wieder mit Lokalkolorit der Politiker ein kleines Sticheln um das beste Bier gab. Das können wir NordOberpfälzer eben. Nicht Wasser zu Wein machen, aber aus dem Wasser die besten Biere brauen und das mit Stolz und Eigensinn.

Im Obergeschoss entstanden Kreativräume im Co-Working-Format, mit ruhigen Arbeitsbereichen – für alle, die einen guten Ort zum Denken, Planen und Zusammenarbeiten suchen. Mitten in Bärnau, mitten in einem historischen Haus.

Und das Dachgeschoss? Dem sind Kulturveranstaltungen vorbehalten. Ein Raum, in dem Geschichte, Gemeinschaft und Gegenwart zusammenkommen – genau das, was das Ackerbürgerhaus von Anfang an sein wollte.

Was dieser Ort sagt

Geschichte, Kultur, Gemeinschaft – das Ackerbürgerhaus verbindet diese drei Dinge nicht zufällig. Es ist der erklärte Anspruch des Vereins, und er steckt buchstäblich in den Wänden. Der Keller erinnert daran, wie alt diese Stadt ist. Die Kretsch'n lädt ein, miteinander zu sein. Die Kreativräume machen Platz für das, was noch kommt.

Vorerst gibt es bereits Abende mit Bier, Brotzeit und Musik. Aktuelles unter www.ackerbuergerhaus-baernau.de.

"Kretsch`n is offen" heißt es  in Bärnau immer zum ersten Wochenende im Monat. Freitag, Samstag, Sonntag gibt es das feine Bärnauer Bier:

FR 16-22 UHR
SA 16-22 UHR
SO 10-20 UHR

Wohl bekomm's, Bärnau.

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